Haltung und Unterbringung der Edelsittiche:


Aus eigener schmerzlicher Erfahrung, ist eine paarweise Haltung während der Zucht erforderlich. Sind die Volieren jedoch groß genug, ist auch eine Gruppenhaltung möglich. Eine Käfighaltung der Edelsittiche ist grundsätzlich abzulehnen, es sei denn die Vögel wurden von Hand aufgezogen. Eine Haltung als Stubenvogel ebenfalls. Erst in einer ausreichend großen Voliere kommen die Edelsittiche so richtig zur Geltung und zeigen sich in ihrer ganzen Schönheit. Sonne und Regen wirken sich wohltuend auf das Gefieder aus. Die Sitzstangen sind so anzuordnen, das genügend Flugraum vorhanden ist. Sind dann noch einige unterschiedlich starke Äste zum Klettern vorhanden, der Boden mit einer Sandschicht versehen, so ist die Voliere nahezu komplett eingerichtet. Eine Bepflanzung der Voliere ist wenig sinnvoll, denn alle Edelsittiche haben eine Vorliebe für alles Grüne und sie würden in kurzer zeit die Pflanzen zerstören.
In dem Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 10.01.1995 wurden die Mindestgrößen der Haltungsrelevanten Papageienvögel festgelegt. Sie beträgt für alle Edelsittiche mit einer Körpergröße von 25 bis 40 cm in der Länge 2,00 m., in der Breite 1,00 m. und in der Höhe 1,00 m. Die Grundfläche des angrenzenden Schutzraumes muss 1,0 qm. betragen. Bei den Arten die über 40 cm groß sind, erhöhen sich die Maße auf 3,00 x 1,00 x 2,00 m., die Grundfläche des Innenraumes beträgt nun 2,00 qm. Diese Größen beziehen sich auf die Haltung von einem Paar. Bei der Haltung eines weiteren Paares in dieser Voliere, muss die Fläche um 50 % erhöht werden. Die Temperatur im Schutzraum soll 5° C betragen, bei Importvögel 10°. Leider sind die Volierengrößen Ländersache dadurch gibt es in 3 Bundesländern erheblich größere Abmessungen. Um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben, sollte man sich deshalb vor Beginn eines Volierenbaus, mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem zuständigen Veterinär in Verbindung setzen.
Bei der Entscheidungsfindung ob Holz oder Metallrahmen im Volierenbau Verwendung findet, sollte man das Nagebedürfnis der einzelnen Arten berücksichtigen.
Alexandersittiche und Chinasittiche haben starke Schnäbel, die eine Holzvoliere aus dünnen Draht recht schnell zerlegen. Wichtig ist auch ein doppelter Draht, als Schutz vor Eulen und Marder, aber auch vor dem Artgenossen in der Nachbarvoliere. Die fleischigen Füße der Edelsittiche macht es in unseren Breitengraden erforderlich, das die Vögel bei strengen Nachtfrösten in der beheizbaren Innenvoliere übernachten. Um Verluste zu vermeiden, achte ich darauf das die Vögel bei nasskalter Witterung in der Innenvoliere bleiben. Will man keine unliebsamen Überraschungen erleben, muss man die Vögel früh genug daran gewöhnen das sie am Abend die Innenvoliere aufsuchen und dort Übernachten. Mit der Gewöhnung beginne ich schon kurz nach dem Ausfliegen der Jungvögel. Nach kurzer Zeit suchen die Vögel dann selbstständig am Abend die Innenvoliere auf. So vermeide ich auch den Verlust von Vögel durch den unliebsamen nächtlichen Besuch von Katzen, Eulen und Marder. Erschrecktes auffliegen mit nachfolgender Kopfverletzung und tödlichem Ausgang wird von Vogelzüchtern häufig beklagt.



Ernährung der Edelsittiche:


Grundversorgung: ist eine gute Futtermischung aus möglichst vielen Kleinsaaten, die nicht zu fettreich aber mit genügend Kohlenhydrate angereichert ist. Getrocknete Ebereschenbeeren und gepresster Mais sind in dieser Mischung enthalten. Auf Pellets und Extrudate verzichte ich. Ein Zuchtkollege von mir füttert ganzjährig diese Nahrung zusätzlich zum Körnerfutter. Vogelgrit, Kalksteine, Mineralfutter, frische Weidenzweige und ungespritztes Grünfutter aus dem eigenen Garten wird der Jahreszeit entsprechend gern von den Edelsittichen angenommen.

Ergänzungsfutter:


an Obst und Gemüseverfüttere ich Äpfel, Möhren, Rote Beete, Gemüsepaprika und Weintrauben, die ich in kleine Stücke schneide. Wichtig hierbei ist, das Obst und Gemüse täglich zu erneuen. Ebereschenbeeren, Mehlbeeren und Hagebutten sind im Herbst eine willkommene Abwechslung. Mais verfüttere ich sehr vorsichtig, denn der Kot wird bei übermäßiger Fütterung sehr dünn. Außerdem achte ich darauf das er nicht mit Insektiziden gespritzt ist. Der für den menschlichen Verzehr bestimmte Zuckermais vom Wochenmarkt, ist eine willkommene Bereicherung auf dem Speiseplan und wird sehr gerne angenommen.

Während der Zucht und Mauser:


verfüttere ich ein handelsübliches Eifutter , angereichert mit geraspelten Karotten, Traubenzucker, getrockneten Hundeflocken auf Getreide und Gemüsebasis, Vitakalk und einen Zusatz von Mineralstoffen.

Mein Keimfutter wird täglich frisch aufbereitet. Drei Küchensiebe sind dann im Einsatz. Die erforderliche Menge Saaten mehrfach gut durchspülen, 6 Stunden wässern dann wieder gut durchspülen. Im letzten Arbeitsgang wird das Futter getrocknet bis das die Keime sich entwickelt haben. Absolute Sauberkeit ist hier unerlässlich. Ich verfüttere das Keimfutter am Morgen und entferne die Reste am Abend. Meine gesamten Futternäpfe sind aus leicht zureinigenden glasierten Tonschalen und werden täglich gespült. Auch meine Wassernäpfe sind aus dem gleichen Material, das Trink und Badewasser wird ebenfalls täglich erneuert.


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